Schon rum

Portland Head Light

Unter dem Bild des letzten Abends, dem Portland Head Light, dem ältesten Leuchtturm in Maine von 1791, hier eine kleine Bilanz. Rund 1500 Meilen bin ich gefahren, das sind etwa 2400 km. Fünf Bundesstaaten habe ich besucht oder durchfahren: Massachusetts, Rohde Island, New Hampshire, Vermont und Maine. Fast immer hat die Sonne geschienen, an den letzten Tagen ging die Temperatur bis 30 Grad rauf. Schön war es überall, die Städte und Städtchen am Wasser haben aber alle etwas Besonderes. Small Town America, das ist wirklich so, wie man es aus dem Film kennt. Dazu muss man runter von den großen Straßen und es lohnt sich.

Zum zweiten Mal habe ich den Nationalfeiertag in den USA verbracht. Jedesmal ist es ein Knüller und wieder war ich überrascht, wie fröhlich und selbstverständlich ein positiver Patriotismus gelebt wird. Happy 4th.

Was war nicht gut? Eigentlich nur der hartnäckige Husten, der mich jede Nacht den Schlaf gekostet hat. Seit dem dritten Tag und egal, was ich mir bei Walgreen’s und Rite Aid von den langen Regalen mit Pillen und Säften so reingepfiffen habe. Da muss daheim mal der Doc ran.

Morgen geht es zurück nach Boston und am späten Nachmittag zurück nach Deutschland. Schön war’s und eines Tages komme ich wieder. Danke für eure Begleitung hier im Blog und bei Facebook/Twitter. Das macht nach vielen Jahren des Bloggens immer noch Spaß.

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Penobscot Narrows Bridge

Es lohnt sich, abseits der schnellen Autobahnen zu fahren. Man stößt immer wieder auf spektakuläre Dinge, die man sonst versäumt hätte. Zufall? Ja, aber schließlich ist auch Weg das Ziel beim Reisen.

Heute, auf meinem Weg nach Portland, Maine, der letzten Station vor dem Rückflug, bin ich über den US Highway 1 gefahren. Er schlängelt sich an der Küste nach Süden, immer wieder fährt man durch hübsche Küstenstädtchen. Und dann kommt man aus dem Wald heraus und fährt plötzlich über eine gigantische Brücke, die einen Fluß überquert, von dem ich noch nie gehört hatte und der der größte in Maine ist. Der Penobscot River mündet hier in den Atlantik und die Penobscot Narrows Bridge überspannt in großer Höhe den Fluss, die Spitze der beiden Säulen ist 138 Meter hoch. Die Brücke ersetzt erst seit 2008 eine ältere, sehr schöne Stahlkonstruktion von von 1931, die dem Rost zum Opfer gefallen ist.

Brücke

Soweit zwar beeindruckend, aber noch nichts Besonderes. In den rechten der beiden Türme allerdings geht ein Aufzug bis auf 123 Meter und oben befindet sich ein Observatory, eine (von Glas verschlossene) Aussichtsplattform mit einem gigantischen Rundblick. Davon hatte ich bisher im Zusammenhang mit einer Brücke noch nicht gehört. Natürlich bin ich hinaus gefahren.

Fort Knox

Unten liegt in einem Park Fort Knox, es stammt aus der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs und ist nach dem ersten U.S. Kriegsminister, Henry Fox, benannt. Nein, es liegt kein Gold dort in fetten Bunkern.

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Chipmunk-Content

Ihr klickt ja auch Katzenvideos, oder? Dann dürft ihr das Ungeheuer, das mich beim Fußball überfallen hat, hier auch im Film bewundern. Mittlerweile sind wir gute Freunde, das mit dem Fressen hat sich erledigt.

Und jetzt alles so: süüüüüß

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Lobster Race

Happy 4th of July, heute vor 240 Jahren wurde die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben, die Geburtsstunde der Vereinigten Staaten von Amerika. Hier in Bar Harbor wird auch noch der hundertste Geburtstag des Acadia National Park gefeiert. Das Wetter kann besser nicht sein, die Straßen sind voll. Die Parade dauert 1,5 Stunden und auf dem Festplatz wird anschließend weiter gefeiert.

Der Brüller ist das Hummerrennen. In 6 mit Wasser gefüllten Bahnen setzen Kinder Hummer ein, die von lokalen Geschäften gesponsert werden: der Hummer der Apotheke heisst „Pill Cruncher“, ein Musikschuppen nennt seinen Hummer „van Halen“.

Lobster 4

Es wird gewettet, der Einsatz kommt dem YMCA zu Gute. Es ist ein großer Spaß, die beiden Moderatoren sind begnadete Schreihälse, das Publikum feuert das Rennen mit großem Lärm an. Die Lobster laufen manchmal nicht, manchmal langsam, dann kehren sie mitten im Rennen auch wieder um. Mit Glück gewinnt am Ende einer.

Lobster 1

 

 

Van Halen hat verloren, Bahn #6, er kam überhaupt nicht aus den Puschen.Lobster 3

 

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Lazy man’s lobster

Lobster soll es also sein. Maine Lobster. Der beste von allen. Wohnt hier vor der Tür. Im Überfluss. „Musst Du unbedingt essen“, hatte es vorher geheißen. Nur das Lachen dabei hatte mir nicht so richtig gefallen.

Mit Meeresgetier bin ich nicht so gut befreundet. Tiere, die ich esse, sollten ihre ursprüngliche Form zu Lebzeiten nicht mehr so richtig zu erkennen geben. Und sie sollten sich schon ausgezogen haben. Trifft alles auf den Lobster nicht zu. Der kommt, so wie die Natur ihn erschaffen hat auf den Tisch, nur durch kochendes Wasser getötet. Mit Zangen und Nussknackern, damit man sich so richtig darüber hermachen kann. Einen Schlabberlatz mit einem lustigen Lobster drauf gibt es auch. Das habe ich am Nachbartisch alles besichtigt. Ich habe nichts gegen Essen mit den Fingern. Aber die Aussicht, alleine am Tisch ohne jegliche Vorahnung umständlich mit dem Werkzeug rumzuhantieren…. nein, danke.

Die Lösung steht auf der Speisekarte und kostet 4$ Aufpreis. Und ich habe schon für größeren Käse mehr Geld ausgegeben: Lazy Man’s Lobster. Jemand, der es versteht, löst das Fleisch schon heraus und ich bekomme es in einer Schale. Ein Lob der Faulheit.

Lobster

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Sensordreck

Für den Fotografen mit einer digitalen Kamera und Wechselobjektiven ist Sensordreck ein großer Feind. Beim Wechseln der Objektive kann schon mal Staub ins Gehäuse kommen und sich auf dem Sensor absetzen. Das äußert sich dann in schwarzen Pünktchen unterschiedlicher Größe und lässt sich eigentlich ganz gut digital weglöschen. Auf dem Foto des Leuchtfeuers von Bass Harbor seht ihr rechts im unteren Drittel aber ein Krümelmonster das unbedingt vom Sensor weggepustet werden muss.

Bass Harbor

Aber jetzt nicht Verschluss auf, Lippen spitzen und pusten. Tröpfchen mit Speichel trocknen auf dem Sensor und sieht dann gar nicht gut aus. Hilfe gibt’s natürlich im Fotofachhandel, aber auch beim freundlichen Apotheker von nebenan. Genau, eine Klistierspritze, und nachdem wir uns alle wieder beruhigt haben und alle Witze gemacht sind, noch der Hinweis: unbedingt eine Version, die nicht mit Talkumpuder behandelt wurde 😀

Blower

Jetzt nur noch den Verschluss öffnen und vorsichtig drüberpusten. Und schon ist das Krümelmonster weg. Wichtiger Punkt auf meiner Reisecheckliste: den Puster mitnehmen.

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Ruhe in Frieden

Wie bei keiner Reise zuvor sind mir die vielen Friedhöfe aufgefallen, die unmittelbar an der Straße liegen. Kein Zaun, keine Hecke zur Eingrenzung. Bei meiner langen Fahren gestern über wenig befahrene Landstraßen durch das ländliche Maine war das wieder so. Ich habe dann einige Mal angehalten, um mir die Friedhöfe näher anzusehen. Es ist ein bisschen komisch, hier in den USA läuft man ja über die Grabstellen, es gibt nur den Rasen und die Gedenksteine.

Friedhof

Wir befinden uns in der Nähe von Hanover, Maine, ein kleiner Flecken auf der Landkarte. Die Straße war zur Zeit, als die ersten Menschen hier bestattet wurden, sicher nur ein besserer Feldweg, das erklärt vielleicht, warum die Friedhöfe so oft an heute befahrenen Straßen liegen. Die Verkehrswege sind über 200 Jahre oft dieselben geblieben.

Grabmal

Hier habe ich dann ein kleines Stück Siedlungsgeschichte gefunden. Drei Gedenksteine, gut erhalten, zurückgehend bis ins 18. Jahrhundert. Moses Bartlett, gestorben 1818, wird eingerahmt von zwei Ehefrauen und früh verstorbenen Kindern. Links liegt Mary Barbour, „Wife of Moses Bartlett“, gestorben 1790. Mit ihr sind bestattet zwei früh verstorbene Nachkommen, Ethanan (?) Bartlett wurde 1790 nur wenige Monate alt und Moses Jr. starb mit 10 Jahren. Rechts von Moses liegt Esther, „Wife of Moses Bartlett“, gestorben 1850, wohl seine zweite Frau.

Alles das findet man nur 20 Schritte neben der Straße, man muß nur kurz anhalten und nachsehen. Und sofort erhält die Landschaft ein anderes Gesicht.

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Bretton Woods

Bretton Woods ist eine kleine Gemeinde mitten in den White Mountains in New Hampshire, am Fuß des Mt. Washington. Einwohnerzahl unter 1000. Im Sommer wird gewandert und im Winter Ski gefahren. Um irgendwo hinzukommen oder von irgendwo hier her zu kommen, ist es vor allem eins: weit.

1944 war es für die Vertreter von 44 Nationen wahrscheinlich noch weiter hierher zu kommen. Und trotzdem wurde an dieser Stelle, im großartigen Mt. Washington Hotel, die Grundlage für das weltweite Währungssystem nach dem Krieg gelegt, Weltbank und Internationaler Währungsfonds wurden hier gegründet. Wen das genauer interessiert, der klickt hier.

Bretton Woods

Heute noch thront das prächtige Hotel inmitten eines gigantischen Golfplatzes und macht einen so vornehmen Eindruck, dass ich mich nur getraut habe, mit dem (viertelwegs standesgemäßen) Auto am Empfang vorbei zu fahren. In meinen Touri-Klamotten nach der Zahnradbahnfahrt (siehe unten) wollte ich in dem teuren Ambiente nicht aufschlagen.

 

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Eisenbahnromantik

Mount Washington Cog Railway behauptet von sich, die erste auf einen Berg gebaute Zahnradbahn der Geschichte zu sein. 1869 wurde sie eingeweiht und bis heute ist sie in Betrieb. Meistens mit Dieselloks, einmal am Tag aber mit einer Dampflok, immerhin auch schon 1908 gebaut. Und das mit bis zu 37% Steigung.

In einer Stunde geht es im gemütlichen Tempo auf den gut 1900 Meter hohen Mount Washington, den höchsten Berg im gesamten Nordosten der USA. Oft herrscht hier sehr ungemütliches Wetter, vor drei Wochen konnte die Bahn vier Tage hintereinander nicht auf denen  Gipfel fahren, weil dort oben der Wind mit 160 km/h tobte. Heute war es  vergleichsweise ruhig und schön, ein gelungener Ausflug und eine Reise in die Eisenbahnvergangenheit.

Darf ich noch vorstellen: Tom war heute der Zugchef und das Mikro benötigt er nur, wenn er draussen auf der Plattform steht. Im Wagen reicht seine Stimme…. trotz des Lärms der Lok und des Zahnradgeklappers. Warum erinnert mich das alles nur so an Eisenbahnromantik? 😀

Eisenbahnromantik

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Shaker Village

Shaker Village

Die Shaker sind eine der ältesten Sekten der Neuen Welt, ihr Ursprung liegt bereits in England. Sie waren eine sehr geschlossene Gemeinschaft und lebten nach strengen Vorschriften. Im Gegensatz zu den Amish waren sie aber immer an der Spitze des Fortschritts, alles, was ihr Leben effektiver und – ganz modern – umweltgerechter machte, wurde von ihnen erfunden und in ihr Leben integriert. Im äußersten nordwestlichen Zipfel von Massachusetts liegt ein historisches Shaker Village, heute ein sehr liebevolles und eindrucksvolles Freilichtmuseum: www.hancockshakervillage.org Berühmt sind die Shaker auch für ihre handwerkliche Perfektion, u.a. beim Möbelbau. Der berühmte Shaker-Schaukelstuhl ist im Museumshop für schlanke 550$ zu erstehen. Der darf doch auf keiner Veranda fehlen.

Shaker Werkstatt

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